Dämmung – Projekt Schwarzwaldhaus

Im Winter 2001 kauften wir unser Haus am Ortsrand von Sersheim. Das Haus ist Baujahr 1966, hatte im Erdgeschoss sechs Jahre alte Fenster, keine Aussendämmung und noch die erste Heizung. Im Dachgeschoss bauten wir an der Südseite eine Gaupe an und dämmten dabei zwischen den Sparren (18 cm Mineralwolle 035) und in der neuen Aussenwand (10 cm Mineralwolle 035).

Bei der Hausfinanzierung hatten wir etwas mehr Geld aufgenommen, um die Heizung ersetzen zu können – da der Guss-Heizkessel schon ungewöhnlich alt war und jederzeit ausfallen könnte. Nachdem mit Gaupe und Ausbau des Dachgeschosses das Gröbste überstanden war und die alte Heizung immer noch funktionierte, überlegten wir, was als Nächstes sinnvoll war. Für uns war klar, dass wir mit den uns anvertrauten Rohstoffen (Heizöl!) möglichst schonend umgehen wollten – dies sehen wir als Auftrag unseres Schöpfers.

Als Möglichkeiten sahen wir

  • eine neue Heizung
  • eine Solaranlage zur Brauchwassererwärmung
  • Photovoltaik
  • eine Aussendämmung

Wir hatten gelesen, dass sowohl der Umstieg auf eine wirksamere Heizung als auch die Aussendämmung grob ca. ein Drittel der Heizkosten sparen könnten.

Wir entschieden uns für die Aussendämmung, weil

  • es uns klüger erschien, von vornherein weniger Wärme produzieren zu müssen, als viel Wärme zu produzieren und dabei den Brennstoff wirksamer auszunutzen (Vergleich mit einem undichten Wasserfass: “Niemand käme auf die Idee, zunächst die Leistung der Pumpe zu erhöhen und erst dann die Löcher abzudichten.”); und
  • weil wir das (trotz Heizung) unbehagliche Kältegefühl in den Wohnräumen loszuwerden hofften.

Die Erkenntnisse über Wärmedämmung und die Erfahrungen, die wir bei dem Projekt gesammelt haben, haben wir in einem Dokument festgehalten:

ProjektSchwarzwaldhaus (PDF, ca. 1.0 MB)

Auszug Kapitel 3 “Prinzipien der Dämmung”.


Fazit Jahre später – haben wir es bereut?

Sind wir zufrieden mit dem Ergebnis?

Ja, sehr! Wir wollen es keine Sekunde missen und können es nur “wärmstens” empfehlen! Das Wohnen besonders im Winter ist allein dadurch viel angenehmer, dass die Innenseiten der Außenwände nicht so stark abkühlen.

Haben wir aufgrund der Dämmung Feuchtigkeit im Haus?

Nein! Das wäre auch nicht schlüssig – Mineralwolle ist sehr durchlässig für Feuchtigkeit, und die Hinterlüftung außen ermöglicht den Abtransport von etwaiger Feuchtigkeit.

Heizen wir nun weniger?

Selbstverständlich! Der Vorbesitzer verbrauchte angeblich (mit unbewohntem Dachgeschoss, ca. 100 qm Wohnfläche) mit ungedämmten Haus und Dach über 3000l Öl pro Jahr. Nach der Dachdämmung verbrauchten wir (mit ausgebautem Dachgeschoss, über 150 qm Wohnfläche) noch ca. 2500l, nach der Außendämmung schließlich ca. 1800l. Mitterweile haben wir die alte Ölheizung durch eine Pelletheizung mit ca. 10 KW Leistung ersetzt, Verbrauch ca. 4t pro Jahr, was ungefähr den 1800l Öl entspricht.