Schnecke und Morgensonne - gib Gas!

Radtour im Morgennebel und Kinderkirche Sauls Berufung

Sonntag 4:53 Uhr Sersheim – Stettfeld – Eppingen, Schnecke gib Gas! … Gott der Bestimmer im Leben? Berufung des ersten Königs im alten Israel.

Die Kinderkirche in Sersheim: Sonntag 10 – 11:30 Uhr. Unser Thema am vergangenen Sonntag: 1. Samuel 8-11, Sauls Berufung zum König.

Die Herausforderung: vorher eine Radtour. Eine bekannte Strecke: ins Rheintal zur B3 nach Stettfeld und zurück, das müsste ich in 4 Stunden (auf der Uhr) schaffen. Aber zügig fahren, Gas geben, nicht lang halten zum Essen. Und beten für die Kinderkirche nachher…

Also Abfahrt: 4:53 Uhr, nicht gegessen, Wasser getrunken. Es ist noch Nacht, aber ein schöner Vollmond, hier nach Gündelbach:

Vollmond bei Gündelbach

Und kalt – 8° (später nach etwa zwei Stunden Fahrt will mir der rechte Fuß gefrieren… zurück daheim hat es nur 13°).

5:44 Uhr, 20 km, erster Halt in Sternenfels: erste Banane. Weiter geht’s nach Oberderdingen. Es wird schon hell, aber die Sonne ist nicht zu sehen, deshalb bleibt es kühl. Im Kraichtal hat es Nebel.

6:41 Uhr, 47 km, in Stettfeld auf der B3 Richtung Heidelberg – von hier ist es nicht mehr weit (ca. 30 km) zu unserem David in Heidelberg, aber ich muss heimwärts. Also Vesperbrot essen, dann rechts ab Richtung Zeutern – Eppingen.

Jetzt zeigt sich die Sonne hinterm Nebel – da muss ich anhalten und Bilder machen, vor Zeutern beim Bahnübergang:

Morgensonne vor Zeutern

Nach Zeutern Richtung Odenheim noch mehr Sonne – Herr, wie wunderbar sind Deine Werke:

Morgensonne bei Zeutern

Gleich darauf beim Weiterfahren sehe ich rechts am Straßenrand… Soll ich… Ja, das muss ich fotografieren! Ich fahre ein paar Meter zurück, hier ist die Schnecke… Gib Gas!

Schnecke und Morgensonne – gib Gas!

7:51 Uhr in Eppingen, 71 km, 2:36 h Fahrzeit. Zweite Banane. Da stimmt was nicht, etwa in einer Stunde wollte ich schon daheim sein, aber von Eppingen in einer Stunde heim, das klappt nicht. Hab ich mich verrechnet, bin ich zu schlapp, hab ich zuviele Bilder gemacht? Nichts wie weiter – vielleicht reicht’s bis 9:15 Uhr.

8:24 Uhr Zaberfeld, 82 km, 3:08 h Fahrzeit. Es wird wärmer: 13°. Jetzt über den Stromberg! Heute läuft es gut: ich muss nicht anhalten zum Verschnaufen, und mich überholt kein Radfahrer (nicht unbedingt weil ich so schnell bin, es kommt halt keiner…).

Häfnerhaslach, Gündelbach, Horrheim, Sersheim!

9:17 Uhr, 104 km, 3:56 h Fahrzeit. Jetzt zügig Frühstück, Duschen, und ausnahmsweise nicht zu Fuß sondern mit dem Fahrrad (wie anstrengend!) zur Kinderkirche.

Kinderkirche!

Wir bereiten zunächst einiges vor, begrüßen Kinder und ihre Eltern, basteln zu Beginn mit dem Heißkleber eine “fliegende CD” (CD mit Luftballon drauf gleitet auf dem Boden), singen fetzige Lieder mit der Band und hören von Samuel und Saul (ich darf erzählen), anschließend gibt’s ein Spiel “Der König sagt” und zum Abschluss unser Segenslied…

Wer kennt Merkel? Was macht die Frau? Das wissen einige Kinder gut! Sie bestimmt in Deutschland.

Was macht ein Klassensprecher? Braucht es den? Ah, er vertritt den Lehrer! Wir haben sogar Klassensprecher unter den Kindern.

Wozu brauchen wir einen “Bestimmer“? Wer ist der Bestimmer in unserem Leben?

Im Volk Israel war ursprünglich Gott der Bestimmer. Er beauftragte immer wieder einzelne Leute. Jetzt aber kamen die Israeliten unzufrieden zu Samuel:

  1. Du bist alt!“. Aha! Ich werde also tatterig, ich krieg’s nicht mehr hin!? – Wie gut ich Samuel da verstehen kann. Unser erster Enkel wächst heran. Die “Jungen” müssen ran. Es geht auch ohne uns.
  2. Deine Söhne machen es nicht richtig!” Oh! Samuel hatte seine beiden Söhne im Süden des Landes als Bestimmer eingesetzt. Wenn zwei Leute Streit hatten und zu ihnen kamen, einer brachte ein schönes Geschenk mit, welcher von beiden bekam dann wohl Recht? Der mit dem Geschenk – das waren also keine guten Bestimmer!
  3. Wir wollen einen König! Die andern Völker um uns herum haben auch einen!” Ach ne!? Samuel denkt: mein Leben lang habe ich mich für euch eingesetzt, und jetzt bin ich euch nicht mehr gut genug!?

Samuel ist stinksauer. Doch Gott sagt zu ihm: es geht nicht zuerst um dich, sondern es geht um mich. Das ist noch viel schlimmer! Mit mir sind sie unzufrieden – und das, seit ich sie aus der Sklaverei befreit habe.

Ist auch Gott jetzt stinksauer? Wie reagiert er? – Er gibt ihnen, was sie wollen. Er hat Geduld. Er hält es aus. Aber er möchte, dass die Leute und der König auf ihn hören. Dann gibt es noch eine Chance.

Samuel muss sie deutlich warnen, was es für Folgen hat, einen König zu haben. Wie, ihr wollt heute eure Kartoffeln ernten? Keine Zeit, schickt eure Söhne zu mir, zuerst werden meine Kartoffeln, die Kartoffeln des Königs, geerntet…

Gott gibt ihnen, was sie wollen! Das ist gefährlich. Manchmal wollen wir Dinge, die nicht gut sind – wehe uns, wenn Gott uns dann gibt, was wir wollen. Es ist besser, wir hören darauf, was ER will!

Gott zeigt, dass ER die Fäden in der Hand hat. Er gibt den Israeliten einen König.

Das fängt auf einem Bauernhof im Bergland an. Die Esel sind weggelaufen! Solche Esel! Genau gesagt: solche Eselinnen! Der Sohn, Saul, und der Knecht suchen die Eselinnen tagelang. Schließlich will Saul umkehren, sonst macht der Vater sich um sie noch mehr Sorgen als um die Eselinnen. Doch der Knecht hat eine andere Idee: im nächsten Ort wohnt ein Mann Gottes, der kann uns vielleicht noch helfen. – Der Mann Gottes, den kennen wir schon: das ist Samuel!

Da beginnt für Saul eine merkwürdige Geschichte – sowas hat er noch nie erlebt, und wir bestimmt auch nicht! Sie treffen auf Samuel, und der kennt sie anscheinend schon und weiß auch über die Eselinnen Bescheid! Er lädt sie zu einem Festessen am Abend ein. Dort gibt er Saul wie einem besonderen Gast das beste Fleisch. Merkwürdig. Am nächsten Morgen meint Samuel unterwegs zu Saul: “Schick den Knecht ein Stück voraus”. Als sie allein sind, salbt er Saul und erklärt ihn zum König des Landes!

Merkwürdig! Wie mag Saul zumute gewesen sein? Hält er Samuel für verrückt? Oder läuft Saul vor Angst davon?

Nein – aber es passiert etwas ganz Besonderes: Gott gibt Saul ein neues Herz! Gott bestimmt immer noch!

Später ruft Samuel die Leute zusammen, um vor allen Leuten den König zu bestimmen. In der damaligen Zeit haben sie dazu das Los geworfen – Gott kann ja bestimmen, wie es fällt. Zuerst: diese Hälfte, oder die andere Hälfte. Ok, hier weiter: diese Hälfte, oder die andere Hälfte… Auf wen fiel das Los am Schluss? Überraschung: auf Saul! Gott bestätigt Saul als König!

Und nun? Was macht ein König den ganzen Tag?

Saul geht zurück auf den Bauernhof und arbeitet ganz normal weiter. Bis es in einem Ort an der Landesgrenze ein großes Problem gibt: die Feinde greifen an. Sie lassen den Bewohnern eine ganze Woche Zeit, um Hilfe zu holen, ansonsten – schrecklich – werden sie allen ein Auge ausstechen. Die Leute senden Boten im Land umher und rufen um Hilfe.

Aber wie es so geht: wird überhaupt jemand zur Hilfe kommen? Jeder hat so seine Gründe: bin wirklich ich gemeint? Ich kann eh nicht kämpfen, aber der Nachbar kann’s! Außerdem hab ich keine Zeit…

Nur einer macht was: Saul! Gott hat ihm ein neues Herz gegeben. Saul übernimmt Verantwortung für seine Leute, das Volk Gottes! Er ruft alle zusammen, und gemeinsam vertreiben sie die Feinde. So zeigt Saul, dass er ein würdiger König ist.

In unserem Land heute gibt es keinen König mehr. Doch es gilt immer noch: Gott möchte der Bestimmer in unserem Leben sein.

Wie bei einem Apfel, der innen faulig ist: wer will den noch essen? Wer kann den frisch machen?

Wenn es in unserem Inneren faulig aussieht, unsere Gedanken, Ideen, Wünsche oder sogar inneren Zwänge schlecht sind – Gott will auch uns ein neues Herz schenken und unser Bestimmer sein:

Wenn jemand mit Christus verbunden ist,
ist er eine neue Schöpfung:
Was er früher war, ist vergangen:
Sieh doch, etwas Neues ist entstanden!
2. Korinther 5,21

Lebt nun auch so mit Jesus Christus,
wie ihr ihn als Herrn angenommen habt!
Seid in ihm verwurzelt, und gründet euch ganz auf ihn!
Steht fest in dem Glauben, der euch gelehrt worden ist,
und seid immer voller Dankbarkeit!
Kolosser 2, 6 und 7

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