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Wahrheit

Das Thema kürzlich in der Kinderkirche: eine Gerichtsverhandlung! Jesus als Angeklagter vor dem religiösen Führer seiner Zeit. Ein Wächter schlägt ihn ins Gesicht. Jesus reagiert bemerkenswert…

Jesus antwortet:

“Wenn ich etwas Unrechtes gesagt habe,
dann beweise es mir!
Bin ich aber im Recht, warum schlägst du mich dann?”
(Johannes 18,23)

Will jemand behaupten, das Johannesevangelium sei ein Mythos, eine von Menschen erfundene Fantasie?

Wie Jesus reagiert hätte, wenn es nach menschlicher Fantasie ginge, können wir in modernen Filmen oder Computerspielen sehen (da machte es laut “zisch”…). Auch das Johannesevangelium zeigt die typisch menschliche Reaktion – kurz zuvor bei Jesu Gefangennahme: einer zieht das Schwert, ein Ohr ist ab (darüber habe ich im April 2015 geschrieben)…

Doch Jesus antwortet ohne Schwert, ohne Schläge, nur mit Worten. Er fragt nach Recht und Unrecht, nach Beweisen, Fakten, nach der Wahrheit.

Kurz darauf steht Jesus vor Pilatus, dem weltlichen Herrscher in Israel, und bekräftigt:

“Ich bin in die Welt gekommen,
um für die Wahrheit einzustehen.
Wem es um die Wahrheit geht, der hört auf mich.”
(Johannes 18,37)

Woraufhin Pilatus versonnen antwortet:

“Wahrheit? Was ist das schon?”

Diese Frage hat Jesus an anderer Stelle bereits beantwortet:

“Ich bin der Weg!
Ich bin die Wahrheit und das Leben!
Zum Vater kommt man nur durch mich.”
(Johannes 14,6)

Dazu ein paar Gedanken…

Die Wahrheit der anderen

  • Schläge ändern nicht die Fakten, sie ändern nicht die Wahrheit.
  • Auch was ein Angeklagter sagt, kann wahr sein. Sogar wenn es ein Gegner sagt, oder ein Anhänger dieser oder jener Glaubensrichtung, oder ein Anhänger dieser oder jener politischen Partei.
  • Wer eine Aussage ablehnt, nur weil eine bestimmte Person sie sagt, dem geht es nicht um die Wahrheit.
  • Wenn ich die Wahrheit nicht gepachtet habe, muss ich also differenzieren – die Dinge genau unterscheiden.
  • Am Wochenende im Radio gehört: Mario Gomez, Stürmer des VfB Stuttgart, lobt ein Tor seines Gegners Nils Petersen. Das scheint so etwas Besonderes zu sein, dass der Radiosprecher es extra erwähnt. Doch wenn es der Wahrheit entspricht? Gut, wenn jemand so differenziert – den eigenen Siegeswillen unterscheiden kann von einem besonderen Tor des Gegners.

Meine Wahrheit

  • Wenn ich etwas für wahr halte, sollte ich wissen, warum, und es begründen können. Wenn alle eine Lüge für die Wahrheit halten, ist “es war schon immer so” keine gute Antwort.
  • Ich brauche keine Angst davor zu haben, dass jemand hinterfragt, was ich für wahr halte.
  • Umgekehrt darf ich hinterfragen, was jemand anderes für wahr hält. Wenn er seine Meinung beweist, sollte ich klug sein und meine Meinung ändern.
  • Wenn es wahr ist, dass ich Unrecht habe, dann sollte ich dazu stehen.
  • “Alles, was verborgen oder geheim ist, wird irgendwann ans Licht kommen und bekannt werden” (Lukas 8,17)
  • “Der Mensch sieht nur das Äußere, Jahwe aber sieht das Herz.” (1. Samuel 16, 7)
  • Vor Gott brauche ich nicht zu fürchten, dass die Wahrheit ans Licht kommt, wenn ich durch Jesus mit Gott versöhnt bin.

Die Wahrheit in Person

  • Wahrheit in der Wissenschaft: die Aussagenlogik geht von bestimmten Grundannahmen aus und formuliert darauf aufbauend Gesetze: jede Aussage ist wahr oder falsch ; wenn zwei Aussagen nicht beide falsch sind, dann ist entweder die eine falsch, oder die andere …
  • Die Wahrheit fürs Leben ist letztlich nicht eine Frage der Logik.
  • Jesus kann geschlagen werden, und trotzdem ist es die Wahrheit, was er sagt.
  • Jesus kann am Kreuz sterben, und trotzdem ist es die Wahrheit, was er sagt.
  • Jesus kann das aushalten, denn er wird auferstehen. Die Wahrheit stirbt nicht:
  • Jesus ist die Wahrheit in Person.
  • Letztlich zählt nicht, ob ich die Wahrheit habe, sondern ob ich eine Beziehung habe: zu Jesus Christus.

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