Blick vom Hohen Ifen Richtung Westen, im Hintergrund der Bodense

Wanderung Auenhütte – Hoher Ifen – Schwarzwasserhütte (Christusbund-Freizeit 7.8.2017)

Der Hohe Ifen – freistehend, markant, langgezogen schräg ansteigend – ein
lockendes Wanderziel!

Im Urlaub mit dem Württembergischen Christusbund wanderte eine kleine Gruppe im Kleinwalsertal von der Auenhütte auf den Hohen Ifen und über die Schwarzwasserhütte wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Nach dem gemeinsamen Frühstück im Christlichen Gästehaus “Bergfrieden” fahren wir mit den Autos von Oberstdorf über Riezlern im Kleinen Walsertal zur Auenhütte (9:55 Uhr). Auf dem Parkplatz stehen schon viele Autos! Im Hintergrund das westliche Ende des Hohen Ifen.

(Klick auf ein Bild zeigt es groß)

Auenhütte, hinten Hoher Ifen

Die bequeme Lösung – mit dem Sessellift zur Ifenhütte hochfahren – funktioniert diesen Sommer nicht: Baustelle! Ein Hubschrauber transportiert Material, wir hören ihn schon von Weitem!

Die größere Gruppe geht direkt, die andern über den Hohen Ifen zur Schwarzwasserhütte. Gestern Abend noch waren wir in dieser Gruppe nur drei Unentwegte, heute Morgen sind unerwartet einige Erwachsene und Kinder hinzugekommen! Ich hatte mir in der Nacht schon ernste Gedanken gemacht, ob ich die Strecke wirklich schaffe – nicht wegen der Kondition, sondern weil ich nicht schwindelfrei bin. Zwei Wanderkarten zeigen am Hohen Ifen übereinstimmend beim Auf- und Abstieg ein Leitersymbol – “gesicherter Wegabschnitt”!? Aber wenn die Kinder mitgehen, werde ich es wohl auch schaffen.

Wir gehen nicht den breiten Schotterweg, sondern den steileren Wanderweg links des Sesselliftes hoch. Nach gut einer halben Stunde erreichen wir die Ifenhütte mit der Baustelle an der Seite. Die Erwachsenen halten kurz, Charles – einer der Jungen – geht hurtig weiter und ist uns bald ein gutes Stück voraus. Nett, vielleicht sollte ich mit ihm gehen? Ich gehe zügiger weiter. Habe ich erwähnt, dass ich die Joggingschuhe anhabe? So komme ich der Sache schnell näher – in der Ifenmulde, einem kleinen langgezogenen Einschnitt, geht es direkt unterhalb des Felsmassivs, der Ifenmauer, aufwärts:

Unterm Hohen Ifen (Nordseite)

Ich stoße auf eine Karawane von etwa 20 Wanderern. Am Weg liegt eine Gedenktafel: “Zum ewigen Gedenken. Helmut Mäder 5.4.1914 – 15.9.1935 von deinen Kameraden”. Die andern gehen stracks daran vorbei. Das Schild stimmt mich nachdenklich – “wie schnell kann es gehen”! Wie froh kann ich sein, dass ich mein Leben Jesus Christus anvertraut habe, dass ich ein persönliches, liebendes Gegenüber habe und nicht in der Angst leben muss, mit diesem irdischen Leben alles zu verlieren!

Bald erreiche ich Charles. Er freut sich! Der Junge hat aber auch ein Tempo drauf!

Erst hinter der Mitte der langgezogenen Felswand biegt der Weg nach links in eine aufwärts laufende Geröllhalde:

Unten am Aufstieg zum Hohen Ifen (Nordseite): Steinfläche

Auf halber Höhe beginnt die Steilstufe mit den Felsen. Direkt an der Felswand liegt ein Platz zum Sitzen, hier zweigt ein Weg zum Hahnenköpfle rechts ab:

Am Aufstieg zum Hohen Ifen (Nordseite): Halt an einem Felsen

Der Rest unserer Gruppe wartet noch unten am Einstieg in die Geröllhalde. Charles zieht weiter. An der linken Seite fällt das Gelände steil ab. An einer Stelle bildet ein links vom Weg frei stehender Zacken mit dem Berg einen schmalen abenteuerlichen Durchgang.

Ab und zu luge ich nach links unten, halte mich aber rechts an der Bergseite am Seil. Mitunter gibt es auch größere Stufen zu überwinden! Gleich sind wir oben…

Aufstieg zum Hohen Ifen (Nordseite): fast oben, am Seil geht es über Felsstufen

Wir sind oben? Ja, wir haben das steile Stück hinter uns. Juhu, geschafft (11:35 Uhr)! Ich hoffe, dass ich den Abstieg auf der anderen Seite auch so gut schaffe.

Nun stehen wir auf einer langgezogenen, nach Süden schräg abfallenden Hochfläche. Wir gehen westwärts leicht bergauf – das ist der langgezogene Rücken des Hohen Ifen von oben betrachtet!

Hoher Ifen: nach dem Nordaufstieg weiter auf der langen Schräge

Wir sind schon auf dem Hohen Ifen, aber noch zieht sich der Weg. Erst nach weiteren 20 Minuten sind wir endlich ganz oben (2230 m, 11:55 Uhr)!

Ein herrlicher Ausblick:

… nach Westen – im Dunst ist der Bodensee zu sehen:

Blick vom Hohen Ifen Richtung Westen, im Hintergrund der Bodensee

… nach Nordosten – unten das Gottesacker-Plateau, dahinter das Kleinwalsertal und Oberstdorf mit vielen Gipfeln:

Auf dem Gipfel des Hohen Ifen: Blick auf den Gipfel und nach Norden

… nach Süden der Widderstein in der Bildmitte, der Kegel links darunter ist das Wallmendinger Horn (der grüne natürlich, nicht der aus Steinen):

Auf dem Gipfel des Hohen Ifen Blick nach Süden, links vorne das Wallmendinger Horn, oben Mitte der Widderstein

Welch schönes Land – welch großer Gott!

Hier ist gut sein, hier ist gut vespern. Das denken viele – um das Gipfelkreuz stehen, sitzen und liegen an die 30 Wanderer. Auch der Rest unserer Gruppe kommt gut hier oben an.

Nach der gemeinsamen Rast machen wir uns an den Abstieg auf dem Eugen Köhler-Weg (12:45 Uhr). Zunächst geht es auf einer ziemlich schrägen Ebene auf Gras und Erde abwärts, scheinbar geradewegs in Richtung Melköde (1346 m – im Bild ganz unten, ca. 700 m tiefer):

Abstieg auf dem Eugen Köhler-Weg auf einer schrägen Wiese, im Tal unten die Melköde

Dann kommt – leicht nach rechts – ein schwieriger Wegabschnitt auf schrägen Steinplatten mit Tritteisen und Halteseil:

Blick abwärts am Abstieg vom Hohen Ifen an der Schräge mit Tritteisen und Seil

Das ist wohl die gefährliche Stelle – “gesicherter Wegabschnitt” laut Wanderkarte. Na gut, eine mühselige Kletterei, aber immerhin nicht ausgesetzt – die Schwindelfreiheit, die ich nicht habe, macht mir hier kein Problem, Gott sei Dank!

(Achtung, Freunde der Logik: wie könnte etwas, das ich gar nicht habe, mir überhaupt ein Problem machen? Ist das ähnlich wie bei der Null, die nichts ist und die es doch gibt – und die vielleicht deshalb in der Mathematik erst spät “erfunden” wurde?)

Endlich verkündet eine Tafel am Seil: “Walser Trail Challenge. Ende der ! gefährlichen Passage”. In großem Bogen führt der Weg rechts am Berg entlang über die Ifersguntenalpe Richtung Schwarzwasserhütte.

Sah das nicht von oben wie bequemes Wandern am Berg entlang aus? Stimmt aber nicht! Es geht weiterhin durch Gräben und über Steigungen wie hier – Thomas nutzt die Gelegenheit für ein Foto vom Hohen Ifen; ich finde die Perspektive vor mir auch interessant und nutze die Gelegenheit für ein Foto von Thomas:

Wanderer-Silhouette vor der Bergwelt (bei der Ifersguntenalpe)

Bei der Ifersguntenalpe gibt es allerlei Geziefer (Schwäbisch für: Tiere) ums Haus, sogar Pferde. Die sind auch der Grund, warum wir – am Ende der Gruppe gehend – vergeblich auf unseren Klaus warten: Foto machen!

Um 14:30 Uhr erreichen wir die Schwarzwasserhütte auf 1620 m Höhe:

Die Schwarzwasserhütte (1620 m)

Wir treffen noch den Rest des andern Teils unserer Gruppe an, die von der Auenhütte direkt herauf gewandert sind. Die übrigen sind bereits wieder abgestiegen.

Spezi-Bestellen auf der Albvereinshütte kann ich als Wander-Laie schon ganz gut, etwa so:

“Ein großes Spezi!”

“Wie groß?”

“0,4?”

“Halber Liter oder Liter!”

“Gut, halber Liter!”

… Nach einer halben Stunde Rast steigen auch wir ab, zurück zur Auenhütte.

Es ist heiß! Turnschuhe in der Mittagshitze, ein frisches Bächlein am Weg – was liegt näher, als die Schuhe auszuziehen und die Füße im Wasser abzukühlen? (Achtung Schwaben: “Fuß” hier im hochdeutschen Sinn nur von der Ferse bis zu den Zehen – nicht das ganze Bein!) Der Kneipp-Effekt soll doch gesund sein, wie überhaupt das Barfußgehen! Leider gehen die andern gleich zügig weiter. In der Hoffnung auf weitere einladende Wasserstellen am Wegesrand gehe ich barfuß hinterher – auf Split und Sand, hm, geht so.

Ein Junge fragt mich: “Tut das nicht weh?” Ich antworte: “Doch!” Je länger ich darüber nachdenke – vielleicht bin ich ihm noch eine Erklärung schuldig?

Immer noch barfuß. Der Weg führt durch eine Viehweide. Ich passe gut auf, wo ich hintrete…

Der Abstieg endet an der Melköde. Die Karawane geht zügig weiter. Später erfahre ich von denen, die früher hier waren, von dem schönen Wasserfall – beim Blick zurück im Bild liegt er oberhalb der Hütte:

Blick zurück zur Alpe Melköde (mit Wasserfall!)

Nach der Melköde geht es im Tal durch die Galtöde auf einem breiten Weg weiter. Breiter Weg? Split eben. Sogar Joggen geht ganz gut. Immer noch barfuß. Die andern ertragen es mit Fassung.

Bald geht es links an dem schönen grün-blauen Herzsee vorbei (er soll ein Wasserspeicher für die Schneekanone sein). Hier gibt’s leider keinen Kneipp-Effekt, das Ufer ist mir zu steinig und glitschig:

Der Herzsee bei der Auenhütte (Blick zurück nach Westen)

Nach dem See besteht der Weg aus Schotter. Immer noch barfuß. Aber jetzt wird es mir zu bunt, ich ziehe die Schuhe wieder an! Also es muss wohl Verrückte geben, die hier barfuß laufen…

Kaum habe ich die Schuhe wieder an, erreichen wir schon die Auenhütte (16:20 Uhr).

Wir haben wenig “Schwund” – es fehlt nur eine Mutter mit Kind. Während ein Auto auf die Nachzügler wartet, fahren wir andern zurück nach Oberstdorf. Erfüllt mit vielen Eindrücken, dankbar, geschafft. Das ist Urlaub!

Zum Abendessen gibt es leckere Nudeln mit Hackfleischsoße und Heidelbeernachtisch, ohne dass wir etwas dafür tun müssen. Das ist Urlaub!

… Später tauschen wir uns im gemeinsamen Abendprogramm über Krafträuber und Kraftquellen für unser Leben aus. Das ist Urlaub!

An den Tagen zuvor lauteten die Themen jeweils Bibel, Gebet, Gemeinschaft – heute Abend geht es um die “Kraftquelle Gott selber”. Der Bibeltext dazu steht Jesaja 40, 25-31 und beendet diesen Bericht:

Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, wer ist mir gleich?”, fragt der heilige Gott. Hebt eure Augen und seht: Wer hat die Sterne da oben geschaffen? Er lässt hervortreten ihr Heer, abgezählt und mit Namen gerufen. Durch die Macht des Allmächtigen fehlt keiner davon.

Ihr Nachkommen Jakobs, Israeliten, warum behauptet ihr: “Jahwe weiß nicht, wie es uns geht. Er kümmert sich nicht um unser Recht!”?

Weißt du es denn nicht, oder hast du es noch nie gehört? Jahwe ist ein ewiger Gott, der die ganze weite Erde schuf. Er wird nicht müde, seine Kraft lässt nicht nach und seine Weisheit ist unerschöpflich tief. Den Erschöpften gibt er Kraft, und die Schwachen macht er stark.

Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und brechen zusammen. Doch die auf Jahwe hoffen, gewinnen neue Kraft. Wie Adler breiten sie die Flügel aus. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.

Links

Bücher

  • Dieter Seibert: Leichte Bergwanderungen. Allgäuer und Lechtaler Alpen, Bruckmann München 2007.
    S. 34+35 Tour 6 “Hoher Ifen, 2230 m, Gottesacker” beschreibt den Weg von der Auenhütte zum Gipfel und zurück, wahlweise mit einem Abstecher zum Hahnenköpfle (2143 m)
  • Gaby Funk, Georg Hohenester: Hüttenwandern. Allgäuer und Lechtaler Alpen. Die 35 schönsten Wanderungen und Gipfeltouren, Bruckmann München 2012.
    S. 78-81 Tour 17 “Schwarzwasserhütte, 1620 m. Unter dem Hohen Ifen” beschreibt den Weg von der Auenhütte zur Schwarzwasserhütte (Übernachtung), von dort zum Hohen Ifen und weiter über den Gottesacker und Kürental oder Mahdtal, oder direkt zur Auenhütte.