Plakatauszug "Sonntag 17 April ERF Fernsehgottesdienst"

ERF Fernsehgottesdienst in Sersheim

Nach langen und aufwändigen Vorbereitungen war es gestern – am Sonntag, 17. April 2016 – endlich soweit: der Evangeliums-Rundfunk (ERF) aus Wetzlar war mit einem Fernsehteam zu Gast in der evangelischen Johanneskirche in Sersheim! Der Gottesdienst wird am 24. April um 11:30 Uhr auf Bibel-TV ausgestrahlt und kann ab diesem Tag auch auf der Internetseite des ERF abgerufen werden.

Angelika und ich waren mit der Kinderkirche mitten drin – im Licht der Scheinwerfer und umgeben von 4 Filmkameras sangen wir das Lied “Groß ist unser Gott”. Lampenfieber? Ja klar, die Anspannung war schon da! Andererseits: wir stehen eh nur da vorne, um unseren großen Gott zu loben. Was gibt es Schöneres, als das von Herzen zu singen? Ich hoffe, diese Freude haben viele Leute mitbekommen!

Wie oft haben wir den Einmarsch in die Kirche, die Aufstellung, das Singen und den Abmarsch geübt? Ich weiß es schon gar nicht mehr. Alle leise sein, jetzt losgehen, Große stehen hinten, Kleine vorne, in der Mitte eine Gasse zum Mikrofon…

Als um 10 Uhr die Glocken läuteten und wir wieder am hinteren Eingang vor der Tür standen, wurde aus dem Üben Ernst! Allein – es sollte nochmal eine Weile dauern! Im ersten Teil des Gottesdienstes gab es die Infos für die Gemeinde, die sonst am Schluss stehen. Der Ablauf des Fernsehgottesdienstes wurde erklärt, der ERF vorgestellt – und Pfarrer Rau stellte eines klar: wir feiern Gottesdienst nicht fürs Fernsehen, sondern vor Gott. Wenn nicht ER im Mittelpunkt steht, können wir es lassen!

Schließlich läuteten die Glocken um halb 11 noch einmal – zur Sammlung auf den zweiten Teil, bei dem die Kameras liefen. Dann ging es ganz schnell: Vorspiel des Pausenchors, Einmarsch Kinderkirche, wir sangen unser Lied… und bei der dritten Wiederholung des Refrains gingen wir schon wieder los Richtung Ausgang. Dort schmetterten die Kinder den letzten Satz, so laut sie konnten: “Groß ist unser Gott!” Zwar nicht ganz synchron mit der Band, wie die ERF-Experten später feststellten – aber den Kindern hat der Schluss richtig Spaß gemacht. Wie wenn sie sagen wollten: “Groß ist unser Gott! … damit das klar ist!”

Das war auch der Tenor der Predigt über den Text aus Kolosser 3, 12-17: Singet! Singet dem Herrn ein neues Lied! Wir haben allen Grund dazu – nicht weil es bei uns keine Trübsal gäbe, sondern weil Gott uns auserwählt hat, und weil er uns liebt. So soll auch das Singen uns daran erinnern: “Groß ist unser Gott!… damit das klar ist!”

Viele Beiträge bereicherten den Gottesdienst: Posaunenchor, Kirchenchor mit Instrumenten, Flötengruppe, Lesung und Gebet, eine Musikgruppe der Kinderkirche, eine Musikgruppe von jungen Erwachsenen aus unserer Gemeinde, und zum Abschluss ein krönendes Nachspiel unserer Organistin.

So wurde es schnell halb zwölf – nach dem Gottesdienst gab es im Foyer Informationen über den ERF, den bewährten Kirchkaffee, den Büchertisch mit Büchern zur Konfirmation – und im Winkel unter der Treppe: den Regieplatz! Es dauerte nicht lange, so sammelten sich die Unerschrockenen der Kinder vor den Bildschirmen und Schaltpulten und löcherten den ERF-Mann mit Fragen. Was muss man dafür lernen…? (Er hat Medientechnik studiert, die Frau an der Kamera hat eine Ausbildung gemacht.) Während die einen noch an der Anlage schalten durften, liefen die andern nach oben und hüpften plötzlich im Bild auf den Bildschirmen. Das hörte allerdings bald auf, denn Pfarrer Rau musste nochmal ran: der ERF nahm noch eine Programmansage für die Sendung auf.

Am Regiepult unter der Treppe

Dieser Gottesdienst wird uns in Erinnerung bleiben! Es war eine schöne Erfahrung, gemeinsam etwas auf die Füße zu stellen. Vieles davon haben wir gar nicht mitbekommen: Telefonate, Vorbereitungstreffen der Musiker, die umfangreiche Technik, und schlussendlich die “Nacharbeit” beim ERF, bis der Gottesdienst reif für die Ausstrahlung ist. Interessant fand ich die Auskunft, dass der Regisseur bereits während des Gottesdienstes laufend die Bilder von einer der 4 Kameras für die Sendung ausgewählt hat – die Bilder erst nachher aus den 4 Filmen zusammenzustellen wäre viel mehr Arbeit.

Vieles war komplizierter und nicht so spontan und unbefangen wie sonst. Muss das denn sein? Spielen wir nur etwas vor? Dieser Eindruck konnte schon entstehen, wo alles so genau geplant wurde und selbst eine kurze Ansage am Schluss nochmal aufgenommen wurde, nur weil zu Beginn der Ansage nicht genug Ruhe herrschte. Und doch ist dieser Gottesdienst auch ein Dienst für Menschen, die nicht in einen Gottesdienst kommen können: im Ausland, im Krankenbett…

Und da war nach dem Gottesdienst diese komische Stille. Zuerst die Ansage zum Aufatmen: Jetzt ist die Aufnahme geschafft! Doch es blieb ganz still. Alle warteten. Der Regisseur trat aus seinem Versteck nach vorne. Er hatte alles genau beobachtet. Wie lautete sein Urteil?

Dieser Augenblick machte mich nachdenklich! Eine Stunde lang wussten wir uns von Kameras beobachtet und verhielten uns entsprechend. Läuft tatsächlich nicht unser ganzes Leben wie unter einer Kamera? Unser großer Gott sieht uns jederzeit! Die Aufnahme ist vorbei, das echte Leben mit Gott geht weiter.