Blick auf Hirschhorn

Radtour nach Hirschhorn

Schöne flache Strecken fahre ich mit dem Fahrrad gerne, da komme ich ein Stück vorwärts. Noch in den Pfingstferien 2014 fuhr ich deshalb von Sersheim über Lauffen am Neckar das Neckartal abwärts über Eberbach nach Hirschhorn. Dort war ich noch nie. Die Schleife, die der Neckar dort inmitten der Berge zieht, fand ich grandios.

Am Ortseingang war ich gespannt, ob ich Angelika treffen würde – wir hatten darüber gesprochen, dass sie einen kleinen Ausflug mit dem Zug über Heidelberg nach Hirschhorn machen könnte. Tatsächlich hatte sie sich in der Morgenstunde aufgemacht, allein der Fahrkartenautomat der Bahn kam ihr in die Quere – dass sie das Baden-Württemberg-Ticket tatsächlich hinter all den angezeigten Infoseiten bekommen hätte, fand sie leider erst heraus, als das Bähnle schon ein paar Minuten abgefahren war :-(. Tja, das ist eben Software…

Also fuhr ich alleine über die Brücke ins auf der südlichen Neckarseite gelegene Ersheim. Den Namen kann ich mir gut merken: wie Sersheim, nur ohne “S”… Da war ich aber immer noch in Hessen – der Ort soll der einzige südlich des Neckars gelegene Teil Hessens sein. Der Blick hinüber in den anderen Teil von Hessen belohnte mich für die stundenlange Fahrt:

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Offenbar war ich damit aber am tiefsten Punkt der Fahrt angelangt – zumindest was die Höhe über dem Meeresspiegel anbetraf. Nach der ersten Kurve ging es im Ort nur noch stracks aufwärts. Dort sah der Blick auf Hirschhorn schon ganz anders aus:

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Auf der Landzunge, um die der Neckar den grandiosen Bogen macht, fuhr ich immer  weiter aufwärts. Links von der Straße konnte ich ins Tal hinabsehen: die Bundesstraße von Eberbach her geht hier unten durch den Berg:

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Dann ging es noch weiter bergauf. Welch ein Gefühl, als ich endlich auf der Höhe angekommen war und die Straße wieder abwärts nach Moosbrunn führte! Für kaum fünf Kilometer hatte ich fast eine halbe Stunde gebraucht. Doch nun verlief die Strecke wieder angenehm – abwärts oder flach über Schwarzach und Aglasterhausen nach Neckarbischofsheim.

Dort hatte die flache Strecke leider wieder ein Ende. Wie konnte ich von dort Richtung Eppingen kommen? Vergangenes Jahr war ich über Hasselbach, Ehrstädt und Untergimpern nach Kirchardt in mir bekanntere Gefilde gefahren – aber mit einigem Auf und Ab. So bog ich diesmal früher ab Richtung Adersbach…

In Adersbach

… und siehe da: nur eine Steigung, und schon ging es nach Adersbach wieder kilometerweit (den Bach entlang?) Richtung Steinsfurt bei Sinsheim. Die restliche Strecke bis Richen, dann Richtung Stetten fand das Fahrrad fast von selber. Ich freute mich schon, bald daheim anzukommen…

… allerdings hatte ich diese Rechnung, wie vor 2 Jahren schon, ohne den City-Triathlon Heilbronn gemacht. Genau auf meinem Weg von Stetten nach Kleingartach verlief die Radstrecke, auf dem weiteren Weg nach Güglingen kreuzte sie nochmal. Die freundlichen Streckenposten erzählten mir Interessantes über den Triathlon. Schließlich hätte ich gar noch auf die verrückte Idee kommen können, da auch mal mitfahren zu wollen. Aber das lass ich schön bleiben – dazu gehört (wenn ich mich richtig erinnere) auch 500m Schwimmen. Brrr! Ob ich das schaffen würde? So schlich ich endlich meine Schreckens-Steigung bei Eibensbach den Stromberg hoch und kam nach ca. 170 km daheim an.

Wie so oft wohlbehalten – Dank sei Gott!